Boxen

Boxen auch Faustkampf oder früher Pugilismus genannt, ist wohl der im Westen bekannteste Kampfsport und lässt sich vermutlich vom griechischen Pankration herleiten. Beim Boxen versetzen sich die Kämpfer gegenseitig Fauststöße in verschiedenen Kombinationen mit dem Ziel, seinen Gegner für eine bestimmte Zeit (meist 10 Sekunden) zu Boden zu bringen. Als Sieg gilt zudem ein sauberer Technischer Knock-out (T.K.o.), bei dem der Kampf vom Schiedsrichter oder einem Mannschaftsmitglied für beendet erklärt wird.

Kampfsport für Jedermann

Die ersten nachgewiesenen Faustkämpfe fanden bereits 3000 v.Chr. in Ägypten statt und dienten zur Unterhaltung der Menschen. Die Ursprünge des modernen Boxsports liegen jedoch im England des 17. und 18. Jahrhunderts. Dort führte der Marquess von Queensberry 1867 in den "Regeln für das Boxen mit Handschuhen" Boxhandschuhe  als verpflichtende Wettkampfbekleidung ein. Gerade die Einführung moderner Boxhandschuhe bewirkte große Veränderungen im Boxsport, da die Handschuhe als Verteidigungswaffe genutzt werden können, so dass Boxer auf komplexere Strategien angewiesen sind, um ihre Gegner auszuknocken.

Im Kampf stehen Boxer in Auslage, ein Bein und ein Arm weiter vorn, gleiten mit kleinen Schritten vor, zurück und zur Seite, schieben die Schläge aus dem hinteren Bein heraus, oft aus einer tiefen Stellung, und halten die Hände zum Schutz des Gesichts hoch, die Ellbogen an den Rippen. So lernt man beim Boxen, Angriffswinkel, Schwertkraft und Schwung zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen.

Zudem kommen unterschiedliche Strategien zum Einsatz, z.B. angetäuschte Schläge und das rope-a-dope, bei dem ein Part ständig Schläge einsteckt, damit sich der Gegner müde arbeitet, bis sich bei ihm Deckungsfehler einschleichen und sofort ein Gegenangriff gestartet werden kann.